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Biodiversität wirksam schützen – Verantwortung darf nicht bei Gemeinden hängen bleiben

Der Waschbär breitet sich in der Wallonischen Region weiterhin rasant aus. Der Bestand wird inzwischen auf 70.000 bis 100.000 Tiere geschätzt. Trotz ihres niedlichen Äußeren stellen Waschbären eine ernsthafte Bedrohung für die heimische Artenvielfalt dar. Patrick Spies, wallonischer Abgeordneter und Gemeinderatsmitglied in Amel, hat die Problematik zunächst im zuständigen Ausschuss des wallonischen Parlaments in Namur thematisiert und anschließend auch im Gemeinderat Amel aufgegriffen. Er fordert eine koordinierte und verbindliche Strategie zur Eindämmung der invasiven Art.

Im Ausschuss befragte Spies (PS) Ministerin Anne-Catherine Dalcq (MR) zur aktuellen Lage. Die Ministerin bestätigte den hohen Waschbärbestand sowie die damit verbundenen ökologischen, gesundheitlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen. “Eine vollständige Ausrottung sei nicht mehr realistisch. Die Bekämpfung konzentriere sich derzeit auf das Fallenstellen, das tierschutzgerecht und mit zugelassenen Vorrichtungen durchgeführt wird. Für die Entsorgung der gefangenen Tiere gelten aufgrund von möglichen Krankheitserregern strenge hygienische Vorschriften, weshalb private Bürger angewiesen sind, sich an ihre Gemeinden zu wenden.” so die Ministerin abschließend.

Im Anschluss an diese parlamentarische Debatte brachte Spies die Thematik in seiner Funktion als Gemeinderatsmitglied in der Gemeinderatssitzung von Amel erneut zur Sprache und befragte den zuständigen Forstschöffen Patrick Heyen. Dieser bestätigte, dass die Gemeinde aktuell fünf Fallen zur Verfügung stellt, die kostenlos an Bürger ausgeliehen werden. Gefangene Waschbären werden in Zusammenarbeit mit einigen Jägern tierschutzgerecht erlegt. Jährlich werden auf diese Weise schätzungsweise 15 bis 20 Tiere eingefangen.

Heyen bestätigte, dass die Entsorgung der Kadaver sich jedoch schwierig gestalte. Während offiziell die Abgabe an zertifizierte Unternehmen vorgeschrieben sei, landen viele Kadaver in der Natur. Die Gemeinde arbeite daher mit Rendac an einer künftigen, praktikablen Lösung für die Entsorgung, beispielsweise mit speziellen Sammelsäcken. Da dieser Service kostenpflichtig ist, obliege es dem Gemeinderat, in absehbarer Zeit darüber zu entscheiden, ob die Gemeinde die Kosten ganz oder teilweise übernimmt.

Spies sprach sich für eine finanzielle Entlastung der Bürger bei der Entsorgung aus: „Wer aktiv zur Eindämmung der Waschbären beiträgt, soll nicht auf den Entsorgungskosten sitzen bleiben“.

Gleichzeitig machte der Abgeordnete deutlich, dass die Verantwortung nicht auf die Gemeinden abgewälzt werden darf. Die Ausbreitung des Waschbären ist ein wallonieweites Problem, das eine einheitliche, verbindliche und ausreichend finanzierte Strategie seitens der Wallonischen Region erfordert. Der angekündigte regionale Managementplan muss klare Zuständigkeiten und gerechte Kostenverteilungen regeln, um ein Flickenteppich-Management zu verhindern.

Für ihn steht fest: Die Auswirkungen der Waschbären auf die heimische Biodiversität müssen als echte Problematik ernst genommen werden. Nur durch abgestimmtes und entschlossenes Handeln auf allen Ebenen kann der Schaden begrenzt werden.

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