Mündliche Frage von Herrn Björn Klinkenberg an Minister Freches
Zur touristischen Vernetzung Ostbelgiens
Regierungskontrollsitzung des Ausschusses II vom 11.03.2025
Herr Minister, die Internationale Tourismusbörse (ITB) in Berlin gilt als die weltweit führende Fachmesse der Reisebranche und bringt Akteure aus verschiedenen Ländern zusammen, um neue Kooperationen zu schmieden, touristische Destinationen zu präsentieren und wirtschaftliche Impulse für den Tourismus zu setzen. Nach einer pandemiebedingten Pause war Ostbelgien in diesem Jahr erstmals wieder mit einem eigenen Stand vertreten. Sie selbst waren ebenfalls anwesend.
In Ihren öffentlichen Stellungnahmen betonen Sie regelmäßig die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und die Notwendigkeit, Ostbelgien als touristische Destination international bekannter zu machen. Auch der Tourismusagentur Ostbelgien und anderen Akteuren wird eine wesentliche Aufgabe in der strategischen Weiterentwicklung des Sektors zugeschrieben. Die Zahlen der Übernachtungen für 2023 deuten darauf hin, dass sich der Tourismus in Ostbelgien nach der Corona-Pandemie gut erholt hat. Dennoch stellt sich die Frage, inwiefern die Teilnahme an der ITB tatsächlich dazu beiträgt, diese positive Entwicklung langfristig zu verstetigen und neue Wachstumsimpulse zu generieren.
Vor diesem Hintergrund würde ich gerne von Ihnen erfahren:
- Welche konkreten und messbaren Vorteile hat dieser Messeauftritt für Ostbelgien gebracht?
- Gibt es bereits verbindliche Vereinbarungen, die aus den geführten Gesprächen resultieren?
- Wie rechtfertigen Sie die eingesetzten finanziellen und personellen Ressourcen im Verhältnis zum erwarteten Nutzen für den ostbelgischen Tourismus?
Einschalten! Björns Frage in der öffentlichen Sitzung von Ausschuss II
Antwort des Ministers:
Sehr geehrter Vorsitzender,
werte Kolleginnen und Kollegen,
die Präsenz von Ostbelgien auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin ist von großer Bedeutung für die strategische Weiterentwicklung des Tourismus in unserer Region.
Die Messe bietet eine zentrale Plattform, um bestehende Kontakte zu innerbelgischen Partnern und angrenzenden Regionen zu pflegen sowie neue Kooperationen zu initiieren. Darüber hinaus ermöglicht das umfangreiche Fachprogramm der ITB einen gezielten Austausch zu aktuellen Branchentrends und liefert wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung des Tourismus in Ostbelgien.
Der konkrete Mehrwert unserer Teilnahme lässt sich insbesondere an zwei Aspekten messen:
- Erstens haben die anwesenden Mitarbeiter der Tourismusagentur Ostbelgien (TAO) und des Ministeriums an Fachvorträgen zu zentralen Zukunftsthemen teilgenommen, darunter KI-basierte Tourismuslösungen, Smart Visitor Flow (Gästelenkung) und nachhaltige Tourismuskonzepte. Diese Erkenntnisse fließen in die strategische Weiterentwicklung des Sektors in Ostbelgien ein.
- Zweitens konnten zahlreiche Fachgespräche mit potenziellen Partnern geführt werden. Während die daraus resultierenden Kooperationen noch weiter ausgearbeitet werden, sind bereits konkrete Ansatzpunkte entstanden, die in den kommenden Monaten weiterverfolgt werden.
Im Rahmen der ITB hat die TAO unter anderem Gespräche mit Komoot, Europas größter digitaler Outdoor-Plattform mit 45 Millionen Nutzern, sowie mit Vertretern von Green Solutions und SpotAR im Kontext laufender Förderprojekte geführt. Zudem wurde die regionale Vernetzung mit der deutschen Eifel im Rahmen der EWIV Eifel-Ardennen Marketing erneuert. Weitere Austauschgespräche fanden mit Partnern aus der Wallonie, Flandern, Berlin, Sachsen, Luxemburg, Rheinland-Pfalz und den Niederlanden statt.
Der Messeauftritt Ostbelgiens war äußerst effizient organisiert. Die TAO war nicht mit einem eigenen Stand vertreten, sondern präsentierte sich als Teil des Gemeinschaftsstands von VisitWallonia, wodurch die Kosten mit 2.715 Euro (zzgl. MwSt.) sehr überschaubar blieben. Gleichzeitig bot die Teilnahme eine wertvolle Gelegenheit, Ostbelgien als nachhaltige und attraktive Destination zu positionieren und strategisch relevante Kontakte zu knüpfen.
Die ITB stand in diesem Jahr unter dem Motto „The Power of Transition lives here“, was die fortlaufenden Veränderungen und Herausforderungen im Tourismus hervorhebt. Die Messe bietet eine ideale Plattform, um sich mit globalen Entwicklungen auseinanderzusetzen und relevante Trends für unsere Destination zu identifizieren. Darüber hinaus ist der persönliche Austausch mit Branchenakteuren essenziell, um stabile Partnerschaften über Personalwechsel hinweg aufrechtzuerhalten – ein Aspekt, der insbesondere durch aktuelle Wechsel in der Führungsebene einiger wichtiger Partnerorganisationen unterstrichen wird.
Insgesamt leistet die ITB-Teilnahme somit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Tourismus in Ostbelgien und zur internationalen Positionierung unserer Region.