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Elektronische Patientenakte

Mündliche Frage von Herrn Lothar Faymonville an Herrn Minister Antonios Antoniadis

Zum Plan zur Implementierung der elektronischen Patientenakte

Regierungskontrollsitzung des Ausschusses IV vom 17. Januar 2024

Der Föderalstaat legte für die Jahre 2013-2018 und 2019-2024 einen Plan zur Implementierung der elektronischen Patientenakte an.
In Anlehnung an die föderale Vorgabe wurde ein Aktionsplan für die Deutschsprachige Gemeinschaft aufgestellt. Hierbei handelt es sich um das Teilprojekt „Herausforderung e-Health/Neue Technologien“ des Regionalen Entwicklungskonzepts.
Im Fokus steht hierbei der optimale Austausch von Gesundheitsdaten zwischen Gesundheitsdienstleistern untereinander und zwischen dem Bürger/Patient und seinen Gesundheitsdienstleistern.
In respektive 2021 und 2022 fanden zudem eine von Seiten der Deutschsprachigen Gemeinschaft organisierten Umfrage sowie eine Sensibilisierungskampagne zur elektronischen Patientenakte statt.

Hierzu meine Fragen:

  • Welches ist der Stand der Umsetzung des REK-Projekts?
  • Welche Aktionspunkte konnten bisher beendet werden und welches ist deren Auswertung?


Antwort des Ministers:

Das REK-Projekt besteht aus 3 Schwerpunkten, die im Rahmen der eHealth-Pläne ausgearbeitet wurden:

  1. Projekt Partner;
  2. Projekt Pharma;
  3. und Projekt Team.

Ursprünglich gab es noch einen vierten Schwerpunkt: das Bürgerportal.
Das Bürgerportal wurde jedoch nicht umgesetzt, da durch das föderale Gesundheitsportal „Meinegesundheit“ ein eigenes Portal nicht mehr notwendig war.

Das Projekt Partner ist 2019 gestartet und lief pandemiebedingt bis Ende 2022. Im Mittelpunkt standen, nach einer pandemiebedingten Änderung, die Information und Kommunikation für den Bürger rund um das Thema medizinische Daten und elektronische Patientenakte.

Im Laufe des Projekts haben eine organisierte Umfrage und eine Sensibilisierungskampagne stattgefunden.

Im Rahmen der Sensibilisierungskampagne wurden Klappkarten und Plakate an Gesundheitseinrichtungen verteilt sowie Anzeigen in den hiesigen Zeitungen veröffentlicht.

Durch die Kommunikationskampagne konnte das Interesse an der elektronischen Patientenakte gesteigert werden.

Zudem wurden ein Erklärvideo und ein Handbuch zu diesem Thema veröffentlicht.

Das Handbuch wird bei jedem Öffnen von Meinegesundheit.be angezeigt.

Die uns vorliegenden Zahlen zeigen einen extremen Anstieg der Besuche des Artikels „Was ist die elektronische Patientenakte?“.

So wurde diese Seite zwischen September und Dezember 2022 im Vergleich zu den Monaten Januar bis August des gleichen Jahres deutlich häufiger aufgerufen.

Im Jahr 2023 wurde der Artikel weiterhin gut besucht.

Zur besseren Veranschaulichung habe ich Ihnen eine Tabelle mit den Zahlen hier eingefügt.

Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl der Besucher und Seitenaufrufe

ZeitraumBesucherSeitenaufrufe
Januar-August 202289142
September-Dezember 20222.167 (+2435%)2.913 (+2051%)
Januar-August 20232.3763.064
   

Ebenfalls ist es interessant, die Anzahl der Bürger zu beobachten, die ihr „consentement éclairé“ gegeben haben sowie die Bürger, die im Portal „Réseau santé wallon“ (RSW) eingeschrieben sind.

Denn damit die Gesundheitsdaten eines Bürgers geteilt werden, muss er sein Einverständnis geben (= consentement éclairé), damit er seine elektronische Patientenakte einsehen kann, wird er auf das Portal des RSW geleitet, bei dem er sich einschreiben muss.

Im Zeitraum vom 1. Juli 2022 bis zum 1. Januar 2023 hat sich die Anzahl der Einverständniserklärungen und Einschreibungen im RSW gesteigert.

Die folgende Tabelle zeigt die Zahlen zum genannten Zeitraum.

 

ZeitpunktConsentement éclairéEinschreibungen im RSW
1. Juli 202245.71235.039
1. Januar 202348.351 (+5,77%)37.304 (+6,46%)

Auch soll das Portal Meinegesundheit.be, im Laufe der nächsten Jahre bürgerfreundlicher gestaltet werden. In diesem Prozess wird sich die Deutschsprachige Gemeinschaft ebenfalls investieren können.

Zudem soll mit der Wallonischen Region an aktualisierten Übersetzungen der deutschsprachigen Fassung der Webseite des Réseau Santé Wallon gearbeitet.

Das Projekt Pharma lief von September 2022 bis November 2023.

Das Ziel des Projekts war es, in Zusammenarbeit mit 2 Apothekern den Austausch des Medikationsplans zwischen den verschiedenen Gesundheitsdienstleistern zu analysieren.

Es wurde festgestellt, dass der Datenaustausch im Rahmen des Projekts funktioniert und für alle Beteiligten, sowohl den Bürgern als auch den Gesundheitsdienstleistern, von großem Nutzen sein kann.

Allerdings benötigt es noch Zeit und technische Anpassungen, bevor das Medikationsschema einwandfrei zwischen den verschiedenen Gesundheitsdienstleistern funktioniert.

Das Projekt Team wird nicht stattfinden, da die technischen Voraussetzungen für einen gewünschten Ablauf des Projekts nicht erfüllt sind.