Schriftliche Frage von Frau Mechtilde Neuens an Ministerin Klinkenberg
zur mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
Einreichungsdatum: 16. Januar 2025
Eine gute mentale Gesundheit ist Voraussetzung für ein erfülltes Leben. Es ist besonders wichtig, dass gerade im jungen Alter ein starkes Fundament gelegt wird.
Nun veröffentlichte das LIKIV aber Zahlen, die Anlass zur Sorge geben. Die Zahl der Behandlungen im Alter von 0 bis vier Jahren hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt (GE vom 31.12.2024). Ein Grund für den Anstieg soll laut GE-Bericht die bessere Verfügbarkeit an psychologischen Fachkräften sein, weil 2023 es wohl einen Anstieg an konventionierten Kinder- und Jugendpsychologen gegeben hat.
Es werden allerdings auch gesellschaftliche Gründe angeführt. So sagt die Sprecherin des Verbands der klinischen Psychologen, dass immer mehr Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind. Das familiäre und soziale Gefüge hat sich verändert. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird auf die Probe gestellt. Externe Unterstützung wird dem Vernehmen nach deshalb häufiger aufgesucht.
Als weiterer Grund wird die zunehmende Sensibilität für die Bedeutung der ersten Jahre in der frühkindlichen Entwicklung angeführt.
Das bedeutet keineswegs, dass fachliche Hilfe für Kleinigkeiten aufgesucht wird. Die häufigsten Probleme, die genannt werden, sind Verhaltens- und Schlafstörungen sowie Angstzustände.
Die SP ist der Meinung, dass die mentale Gesundheit in den letzten Jahren zurecht immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Der Ausbau des Angebotes ist daher notwendig. In der Vergangenheit haben wir die finanzielle Unterstützung für das Beratungs- und Therapiezentrum (BTZ) ausgebaut, darunter für den Abbau der Wartelisten für die Behandlung von Kindern. Wir haben einen Vertrag mit dem Uniklinikum Aachen abgeschlossen, damit ein Psychiater oder eine Psychiaterin für die Beratung und Begleitung der betroffenen Kinder und Familien eingesetzt wird. Für die Unterstützung der Eltern in Erziehungsfragen wurde mit finanzieller Unterstützung die Eltern-Kind-Bildung bei Kaleido aufgebaut.
Außerdem ist es der SP gelungen, mit dem Föderalstaat ein umfangreiches Budget von knapp 2 Millionen Euro zu mobilisieren, das für die „Erste-Linie-Psychologen“ für schnelle Hilfe bei leichten psychischen Belastungen sowie mobile therapeutische Teams für Kinder und Jugendliche gesorgt hat.
Erwähnenswert wäre an dieser Stelle auch das Dekret über die mentale Gesundheit. Dieses sollte als Grundlage für den Ausbau der Angebote in dieser Legislaturperiode sein.
Denn trotz aller Bemühungen in der Vergangenheit, braucht es unserer Meinung nach mehr finanzielle Unterstützung für den Sektor, neue Angebote und vor allem mehr Fachkräfte.
Wichtig ist es an der Stelle zu wissen, welche Maßnahmen die Regierung der DG plant.
Daher folgende Fragen:
- Wie haben sich die Wartelisten der Kinder- und Jugendlichen beim BTZ in der Zwischen-zeit entwickelt?
- Sollte ein Anstieg der Wartelisten zu verzeichnen sein, ist die DG-Regierung bereit, zusätzliches Personal zu finanzieren, um der Nachfrage gerecht zu werden?
- Wie viele Kinder und Jugendliche stehen auf der Warteliste für eine stationäre Aufnahme in der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Uniklinikum Aachen?
- Welche Zahlen kann Kaleido zu der Situation in Ostbelgien vorlegen?
- Welche Rückmeldung kann das Psy-Netzwerk zu Angebotslücken geben und wie gedenkt die Regierung darauf zu reagieren?
- Wie hoch sind die finanziellen Mittel im Organisationsbereich 50 im Haushalt der DG für die Unterstützung der mentalen Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in diesem Jahr? Wie sieht die Entwicklung in den kommenden vier Jahren aus? Beabsichtigt die Regierung eine Erhöhung der Mittel? Wir bitten um eine Aufschlüsselung der Mittel, die für Kinder- und Jugendliche vorgesehen sind und nicht den gesamten Zuschuss für das BTZ oder andere Dienste.
- Welche neuen Initiativen werden Sie als Gesundheitsministerin in diesem Bereich ergreifen?