Spies fordert klare Koordination und rasche Unterstützung für wallonische Geflügelhalter nach neuen Vogelgrippe-Fällen
Nach der Bestätigung von Fällen der Vogelgrippe (H5N1) in Houthulst (Westflandern) und Welkenraedt (Provinz Lüttich) hat die Föderale Agentur für die Sicherheit der Lebensmittelkette (AFSCA) neue Präventionsmaßnahmen verhängt. Seit dem 23. Oktober gilt für professionelle Geflügelhaltungen eine Stallpflicht. Ziel ist es, eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, das sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Lebensmittelversorgung erhebliche Folgen haben könnte. Aufgrund der Dringlichkeit der Epidemie hat der Regionalabgeordnete Patrick Spies (SP) die Landwirtschaftsministerin Anne-Catherine Dalcq im zuständigen Ausschuss zu dem Thema befragt. Konkret ging es Spies um etwaige Entschädigungen für betroffene Geflügelhalter, die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren, die Sensibilisierung der Betroffenen und Bevölkerung sowie mögliche Einschränkungen der Jagdaktivitäten.
In ihrer Antwort erinnerte Landwirtschaftsministerin Anne-Catherine Dalcq daran, dass seit Donnerstag alle Zuchtbetriebe verpflichtet sind, ihr Geflügel im Stall zu halten oder unter Netzen zu schützen. Fütterung und Tränkung müssen in geschützten Bereichen erfolgen, die Nutzung von ungefiltertem Oberflächen- oder Regenwasser ist vorgeschrieben. Für Privatpersonen gelten Einschränkungen nur in den Schutz- und Überwachungszonen rund um die betroffenen Orte. Darüber hinaus empfiehlt die AFSCA verstärkte Hygienemaßnahmen, etwa das Abdecken von Einstreumaterial und die Desinfektion von Fahrzeugreifen vor dem Befahren der Stallungen. Eine Einschränkung der Jagd sei derzeit nicht vorgesehen, könne aber je nach Verlauf der Epidemie neu bewertet werden.
Im Falle von Zwangsschlachtungen kommt der Sanitäre Fonds für Geflügel die Entschädigung der betroffenen Betriebe auf.
Der wallonische Abgeordnete Patrick Spies (SP) begrüßt die getroffenen Vorsichtsmaßnahmen, mahnt jedoch mehr Koordination, Transparenz und Unterstützung an:
„Diese Situation verlangt mehr denn je Klarheit, Koordination und eine zielgerichtete Unterstützung der Betroffenen. Die Geflügelhalter haben bereits mehrere Krisen hinter sich – sie brauchen jetzt nicht nur neue Verpflichtungen, sondern auch konkrete, schnelle Unterstützung, finanziell und organisatorisch.“
Spies betont zudem die Bedeutung einer transparenten Kommunikation zwischen den föderalen und regionalen Behörden sowie gegenüber der Bevölkerung, um Vertrauen zu schaffen und Verwirrung zu vermeiden. „Ich hoffe, dass die Zusammenarbeit zwischen Föderalstaat, Region und AFSCA künftig proaktiver und strukturierter erfolgt, damit die Wallonie effizient und vorausschauend handeln kann. Schließlich sei die Bewältigung der Vogelgrippe-Krise nicht allein eine Frage der Biosicherheit, sondern auch eine soziale und wirtschaftliche Herausforderung für die landwirtschaftlichen Familienbetriebe“, heißt es in der Pressemitteilung des Regionalabgeordneten.

