Mündliche Frage von Herrn Björn Klinkenberg an Minister Freches
Zur Perspektive einer Austragung der Special Olympics in Ostbelgien
Regierungskontrollsitzung des Ausschusses II vom 04.11.2025
Die Special Olympics Belgium sind das größte inklusive Sportereignis unseres Landes. Sie bieten Athletinnen und Athleten mit einer Beeinträchtigung die Möglichkeit, ihre Leistungen in einem positiven und wertschätzenden Umfeld zu zeigen.
Der Begleitende Sportclub Ostbelgien (BSC) leistet seit über 35 Jahren herausragende Arbeit auf diesem Gebiet und vertritt die Deutschsprachige Gemeinschaft regelmäßig bei den nationalen Wettbewerben.
Im Rahmen der Anhörung des BSC im Februar 2024 wurde deutlich, dass die Inklusion im Sport in Ostbelgien zwar wächst, aber weiterhin strukturelle und finanzielle Unterstützung benötigt. Die Vertreter des BSC erklärten damals, dass eine Austragung der Special Olympics in Ostbelgien eine große organisatorische Herausforderung darstelle, aber in Kooperation mit benachbarten Gemeinden und Regionen durchaus realistisch wäre – insbesondere in einer kleineren, thematisch fokussierten Form.
Da die Deutschsprachige Gemeinschaft im Januar 2024 gemeinsam mit ihren Gemeinden die Charta der Solidaritäten von Special Olympics Belgium unterzeichnet hat, wäre es nun an der Zeit, die nächsten konkreten Schritte in Richtung einer ostbelgischen Initiative zu prüfen.
Eine stärkere Sichtbarkeit des Behindertensports und eine eventuelle regionale Austragung, der Special Olympics könnten nicht nur die Inklusion fördern, sondern auch das ehrenamtliche Engagement und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Ostbelgien weiter stärken.
Dazu meine Fragen:
- Welche konkreten Schritte wurden seit der Unterzeichnung der Charta der Solidaritäten im Januar 2024 unternommen, um die Idee einer möglichen Austragung der Special Olympics in Ostbelgien weiterzuverfolgen?
- Gibt es bereits Gespräche mit Special Olympics Belgium über eine Machbarkeitsstudie eines regionalen Konzepts für inklusive Sportveranstaltungen in Ostbelgien?
Einschalten! Björns Frage in der öffentlichen Sitzung von Ausschuss II
Antwort des Ministers:
Werte Kolleginnen und Kollegen,
Ja, Sie haben Recht, werter Kollege Klinkenberg, wenn Sie sagen, dass die Nationalen Spiele der Special Olympics Belgium die größte Sportveranstaltung für Menschen mit geistiger Behinderung in unserem Land sind.
Dieses Großereignis versammelt nicht nur die Sportlerinnen und Sportler, sondern auch ihre Familien, ihre Trainerinnen und Trainer, Freiwillige, ein großes Publikum sowie institutionelle und private Partner und am Ende auch Sponsoren. All dies in einem gemeinsamen Geist, der die Werte von Inklusion, Solidarität und Respekt zum Leuchten bringt.
Und diese Werte sind viel mehr als nur schöne Schlagworte!
Bei der Unterzeichnung der Charta der Solidaritäten durch alle neun Gemeinden im Januar 2024 war ich anwesend, damals als Senator der Deutschsprachigen Gemeinschaft und als Mitglied dieses Ausschusses. Für mich war und ist diese Charta nicht nur ein Dokument zum Unterzeichnen, sondern ein gemeinsames Versprechen.
Ein Versprechen, Menschen mit geistiger Behinderung besser in unsere Gesellschaft einzubeziehen: in der Jugend, Gesundheit, Bildung, Chancengleichheit, Kommunikation und natürlich im Sport – einfach in einen ganz normalen Alltag.
Heute, als Minister, sehe ich es als meine Aufgabe, dieses Versprechen mit Leben zu füllen. Diese Charta ist keine Symbolik und darf nie als solche wahrgenommen werden. Aber eine Unterschrift allein verändert nichts. Sie verpflichtet uns vielmehr, den Geist dieser Charta täglich zu leben.
Wir müssen hierdurch Lebensqualität schaffen – für diejenigen, denen nicht immer dieselben Möglichkeiten geboten werden. Wir müssen Vereine und Strukturen unterstützen, die Menschen mit geistiger Behinderung den Zugang zum Sport ermöglichen, wie der BSC.
Durch sein Engagement zeigt der BSC, dass Training und Wettkampf nicht nur sportliche Erfolge bringen, sondern auch Freude, Selbstvertrauen und echte Gemeinschaft.
Bei der Unterzeichnung der Charta reagierte Special Olympics Belgium positiv auf die Einladung, die Nationalen Spiele einmal in Ostbelgien zu organisieren. Seitdem pflege ich einen engen Kontakt mit den Organisatoren und die Idee lautet, in naher Zukunft – und zwar bestenfalls bis 2030 – eine Austragung in Ostbelgien stattfinden zu lassen.
Dazu gehören auch die infrastrukturellen Gegebenheiten. Nach Fertigstellung des König-Baudouin-Stadions in Eupen – und hier geht es vor allem um die Leichtathletikpiste – im Laufe des nächsten Jahres wird die Deutschsprachige Gemeinschaft die notwendigen Sportinfrastrukturen auf ihrem Gebiet besitzen, um alle Sportarten von Special Olympics Belgium organisieren zu können. Dies unter Einbindung der Gemeinden, die sich dann gerne beteiligen möchten.
Durch unsere engen Kontakte zu Special Olympics Belgien können wir heute bereits bestätigen, dass Ostbelgien – ab dem besagten Moment – die infrastrukturellen Voraussetzungen für eine Austragung besitzt.
Neben den sportlichen Veranstaltungen zählen natürlich ebenfalls die Organisation der Rahmenbedingungen dazu. Ich nenne hier Beispiele wie eine Eröffnungsfeier für 7.000 bis 8.000 Zuschauer zu ermöglichen, ein sogenanntes Olympisches Dorf zu errichten, aber auch die vielen Besucher in unserer Region unterzubringen.
Ich möchte zum Schluss betonen, dass eine Austragung der Nationalen Spiele in Ostbelgien in ihrem vollen Umfang durchaus möglich sein wird – auch als ein Meilenstein für unser Bestreben nach mehr Inklusion in unserer Gesellschaft, ganz im Sinne der Charta.

