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Die Burg Reuland

Mündliche Frage von Herrn Björn Klinkenberg an Minister Freches

Zur Burg Reuland
Regierungskontrollsitzung des Ausschusses II vom 12.05.2026

Die Burg Reuland ist nicht nur eines der bekanntesten historischen Bauwerke der Deutsch-sprachigen Gemeinschaft, sondern auch ein bedeutendes kulturelles und touristisches Aushängeschild unserer Region. Entsprechend wichtig ist es, dass notwendige Investitionen in die Sicherheit und den Erhalt der Anlage regelmäßig vorgenommen werden, damit Besu-cherinnen und Besucher die Burg auch weiterhin unter guten und sicheren Bedingungen nutzen können.
Im Regierungsbeschluss vom 30. April 2026 hat die Regierung nun die Vergabe eines öffentlichen Bauauftrags zur Erneuerung von baulichen Sicherheitsmaßnahmen in der Burg von Burg Reuland beschlossen.
Da es sich hierbei um öffentliche Investitionen in ein bedeutendes Kulturerbe handelt, ist es wichtig, dass nachvollziehbar erklärt wird, welche Arbeiten vorgesehen sind, welche Ziele mit dem Projekt verfolgt werden und wie die Regierung die weiteren Entwicklungen rund um die Burg einschätzt.

Daher möchte ich folgende Fragen stellen:

  • Welche baulichen Sicherheitsmaßnahmen sollen konkret in der Burg von Burg Reuland umgesetzt werden?
  • Welche Bedeutung misst die Regierung der Burg Reuland für den Tourismus und das kulturelle Erbe der Deutschsprachigen Gemeinschaft bei?
  • Wie bewertet die Regierung den aktuellen Zustand der Burganlage insgesamt?

Antwort des Ministers:

Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
werte Kolleginnen und Kollegen,

zu Ihrer ersten Frage kann ich zum Ausdruck bringen, dass die Burgruine von Burg-Reuland als historisches Bauwerk besonderen Sicherheitsanforderungen unterliegt. Um die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher gemäß den geltenden Normen zu gewährleisten, ist eine Erneuerung verschiedener Geländer und Handläufe vorgesehen. Grundlage hierfür ist ein Bericht des Sicherheitsbeauftragten, der nach einer Ortsbesichtigung festgehalten hat, welchen Anforderungen die Absturzsicherung innerhalb der Burgruine entsprechen muss.

Die vorgesehenen Arbeiten werden entsprechend der Norm NBN B 03-004 ausgeführt, die insbesondere für Bauwerke mit Publikumsverkehr Anwendung findet. Da es sich bei der Burgruine um ein denkmalgeschütztes Bauwerk handelt, wird beim Einbau der neuen Konstruktionen besonderer Wert auf den Schutz und den Erhalt des bestehenden Mauerwerks gelegt. Die neuen Geländer, Handläufe und Absturzsicherungen werden aus schwarz matt pulverbeschichtetem Edelstahl gefertigt und bewusst zurückhaltend gestaltet, damit sie sich möglichst unauffällig in das Gesamtbild einfügen und den historischen Charakter der Anlage nicht beeinträchtigen.

Darüber hinaus sind zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Inneren der Burganlage sowie am obersten Punkt des Hauptturms vorgesehen. Im Bereich der bestehenden Mauerabdeckung dringt derzeit Wasser in das Mauerwerk des Turms ein, weshalb dort ebenfalls Arbeiten zur Herstellung beziehungsweise Erneuerung einer geeigneten Mauerabdeckung geplant sind. Die Ausführung der Arbeiten soll spätestens bis September dieses Jahres erfolgen.

Nun komme ich zu Ihrer zweiten Frage: Die Burg ist namensgebend für eine ganze Gemeinde und stellt zugleich eine prägende touristische Landmarke der Destination Ostbelgien dar. Im Bereich der touristischen Vermittlung und Aufwertung bestehen sicherlich noch weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Gerade digitale Lösungen eröffnen heute neue Chancen, die Ge-schichte der Burg und ihres Umfelds anschaulicher und zugänglicher zu vermitteln. Dabei geht es nicht darum, aufwendige oder überdimensionierte Angebote zu schaffen. Vielmehr können bereits einfache und gezielte Maßnahmen einen Mehrwert bieten. Eine konkrete Möglichkeit wäre beispielsweise die Einrichtung einer digitalen Informationssäule vor Ort. Eine solche Maßnahme ist im Rahmen des Zukunftsprojektes „One Vision: Digitaler Gäste-empfang an strategischen Orten“ vorgesehen.

Eines ist klar, die Burg Reuland besitzt eine besondere historische und kulturelle Bedeutung für die Deutschsprachige Gemeinschaft. Als eine der größten Burgruinen der Region prägt sie seit Jahrhunderten das Landschaftsbild der belgischen Eifel und ist eng mit der Ge-schichte der Grenzregion zu Deutschland und Luxemburg verbunden. Die Burg ist zugleich ein wichtiges Symbol für Identität, Herkunft und Selbstverständnis der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Sie ist neben einem historischen Bauwerk, auch ein Ort des Erinnerns, des Lernens und der Vermittlung von Geschichte. Dadurch wird die Vergangenheit der Region sowohl für die einheimische Bevölkerung als auch für Besucherinnen und Besucher erlebbar gemacht.

Da die Burg denkmalgeschütztes Eigentum der Deutschsprachigen Gemeinschaft ist, liegen ihr Schutz, ihre Pflege und ihr langfristiger Erhalt im öffentlichen Interesse. Ziel der Deutschsprachigen Gemeinschaft ist es, den historischen Charakter der Burganlage zu bewahren und sie gleichzeitig weiterhin für die Bevölkerung zugänglich zu machen. Die Burg Reuland soll auch künftig verantwortungsvoll geschützt und als lebendiger Ort des kulturellen Erbes für kommende Generationen erhalten bleiben.

Zu Ihrer dritten Frage kann ich berichten, dass im vergangenen Jahr durch ein Studienbüro ein Bericht zum Zustand der Burganlage erstellt wurde. Darin wird festgehalten, dass sich die Burg im Großen und Ganzen in einem guten Erhaltungszustand befindet.

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