Mündliche Frage von Herrn Charles Servaty an Minister Franssen
Zum Aufbau eines Fördersekundarschulstandorts Süd
Regierungskontrollsitzung des Ausschusses III vom 11.06.2026
In der Plenarsitzung vom 10. Dezember 2025 gingen Sie näher auf Ihre Vorstellungen zum Aufbau eines Fördersekundarschulstandorts Süd ein. Dabei erwähnten Sie unter anderem den diesbezüglichen Austausch mit allen Eifeler Sekundarschulen, der zum Ziel habe, Schüler mit erhöhtem Förderbedarf in eine Regelsekundarschule zu integrieren. Demnach sei unter anderem angedacht, im September 2026 an einer Sekundarschule im Süden Ostbelgiens eine gemischte Klasse und unter Umständen eine sogenannte Regenbogenklasse zu eröffnen.
Hierzu lauten meine Fragen:
- Zu welchen konkreten Ergebnissen haben Ihre letztjährigen Ankündigungen zu den dies-bezüglichen Beratungen mit den Eifeler Sekundarschulen bisher geführt?
- Wird es im September 2026 an einer Sekundarschule im Süden Ostbelgiens zur Eröffnung einer gemischten Klasse kommen?
- Wird es im September 2026 in einer Sekundarschule im Süden Ostbelgiens zur Eröffnung einer sogenannten Regenbogenklasse kommen?
Antwort der Ministerin:
Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
Sehr geehrte Frau Elsen, sehr geehrter Herr Servaty,
Werte Kolleginnen und Kollegen,
die Schaffung eines Fördersekundarangebots im Süden ist beschlossen und wir sind aktuell dabei, es aufzubauen. Dabei geht es nicht allein um schulorganisatorische Fragen. Es geht vor allem darum, Familien zu entlasten, Wegezeiten zu verkürzen, die Teilhabe der betroffenen Jugendlichen zu stärken und eine qualitativ hochwertige pädagogische Begleitung sicherzustellen.
Wir arbeiten derzeit parallel an mehreren konkreten Projekten. Hierzu hat die Regierung einen klaren Auftrag erteilt.
Erstens wird gemeinsam mit dem ZFP ein verbindlicher Masterplan fertiggestellt. Dieser definiert die Leitlinien, die Umsetzungsschritte und einen klaren Zeitrahmen. Er wird in den kommenden Wochen mit den Schulträgern abgestimmt und bildet die Grundlage für die weiteren Entscheidungen.
Zweitens sind an mehreren Standorten konkrete Planungen zu den Umsetzungen von Teilprojekten angelaufen.
Im Gebäude des ZFP St. Vith wurden die notwendigen Räumlichkeiten zur kurzfristigen Entlastung sowohl der Primarschule sowie zur Schaffung einer Klasse für Sekundarschüler mit hochschwelligem Förderbedarf gefunden und die notwendigen infrastrukturellen Anpassungen sollen nun umgesetzt werden.
Zum Zeitplan:
Ein Start im September 2026 wurde als Zielrichtung formuliert. An dieser Zielrichtung arbeiten wir aktuell weiter. Zugleich ist klar: Entscheidend ist ein möglichst früher Start, aber nicht um jeden Preis, sondern ein tragfähiges Angebot, das pädagogisch, personell und organisatorisch den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler gerecht wird.
Deshalb bereiten wir den Einstieg schrittweise vor. Einen sehr kleinen, ersten Start im September 2026 schließe ich im Moment noch nicht aus. Für größere erste Angebote ist aus heutiger Sicht September 2027 der realistische und belastbare Zeitpunkt. Damit stellen wir sicher, dass das neue Fördersekundarangebot nicht nur formal eingerichtet wird, sondern in der Praxis auch die Qualität bietet, die die betroffenen Jugendlichen und ihre Familien er-warten dürfen.
Schließlich ist uns bewusst, dass Familien, Schulen und alle Beteiligten Planungssicherheit benötigen. Sobald die Planungen abgeschlossen sind, wird umfänglich informiert. Ziel ist es, rechtzeitig vor Beginn des Schuljahres 2026/2027 konkrete Informationen zur Verfügung zu stellen. Die Kommunikation wird dabei in enger Abstimmung mit den Schulen, dem ZFP und der Regierung erfolgen.
