Am vergangenen Samstagvormittag fand in der Wirtschaft der Patronage in Kelmis der Herbstkongress der SP Ostbelgien statt. Vor vollem Saal richtete die Partei in diesem Jahr den Blick nach innen: Im Mittelpunkt standen der Austausch mit den Jusos Ostbelgien und die Frage, mit welchen Schwerpunkten die SP ihre inhaltliche Arbeit fortsetzt.
Parteipräsidentin Linda Zwartbol begrüßte die Anwesenden und unterstrich, wie wichtig ein klares sozialdemokratisches Profil gerade in der aktuellen politischen Lage ist. „Wir müssen wissen, wofür wir stehen, welche Schwerpunkte wir setzen und welche Antworten wir auf die Sorgen der Menschen geben. Dafür müssen wir zuhören, gemeinsam diskutieren und unsere Inhalte weiterentwickeln“, so Zwartbol.
Unter dem Titel „Jusos im Gespräch“ stellte das Koordinationsteam James Wagner, Gereon Langer und Sarah Schröder die aktuelle Arbeit der Jusos Ostbelgien vor. Im Mittelpunkt stand dabei die finanzielle Situation junger Menschen in Studium und Ausbildung. Positiv bewerten die Jusos die längst überfällige Erhöhung der klassischen Studienbeihilfe. Dieser Fortschritt dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass junge Menschen an anderer Stelle stärker belastet werden: So kritisieren die Jusos die Kürzung der monatlichen Unterstützung im DuO-Stipendiensystem für Mangelberufe von 350 auf 200 Euro ebenso wie die erhebliche Erhöhung der Einschreibegebühren an den Hochschulen und Universitäten der Französischsprachigen Gemeinschaft. Hinzu kommt die angekündigte Abschaffung des 1-Euro-Tickets für junge Erwachsene zum 1. Februar 2027.
„Bildung darf kein Erbprivileg sein. Junge Menschen sollen ihre Zukunft nach ihren Interessen und Fähigkeiten gestalten können und nicht nach ihrem Kontostand oder dem ihrer Eltern“, unterstrich Gereon Langer. Die Jusos machten damit klar, dass sie sich aktiv in die politische Debatte einbringen und die Politik in Ostbelgien mit eigenen Impulsen bereichern wollen.
Darüber hinaus erhielten die Mitglieder einen Einblick in die Arbeit der parteiinternen Arbeitsgruppen, die sich mit der thematischen Ausrichtung der SP für die kommenden Jahre befassen. Zu 7 Themenschwerpunkten wurden 52 Projekte mit insgesamt 262 Denkanstößen ausgeteilt. Diese Arbeit wird in den nächsten Monaten fortgesetzt, inhaltlich vertieft und zur Diskussion gestellt.
Parteipräsidentin Zwartbol zieht ein positives Fazit: „Es sind viele Gespräche entstanden, und genau darum geht es uns: zuhören, diskutieren und gemeinsam anpacken. Beim diesjährigen Kongress haben wir die Weichen für das kommende Jahr gestellt. 2027 wollen wir noch stärker auf die Menschen in Ostbelgien zugehen und hören, was sie bewegt.”
