Skip to content Skip to footer

„Wer einen Wald bewirtschaftet, denkt nicht in Legislaturperioden, sondern in Generationen.“

Unsere Wälder verändern sich. Trockenheit, Borkenkäfer, Krankheiten, zunehmende Waldbrandgefahr und der Klimawandel setzen ihnen Jahr für Jahr stärker zu.

Mit einem neuen Dekret will die Wallonische Regierung nun darauf reagieren. Für den ostbelgischen Regionalabgeordneten Patrick Spies (SP/PS) greift dieser Ansatz jedoch deutlich zu kurz.


“Unser Wald ist kein Selbstläufer”

Für Patrick Spies geht die Bedeutung des Waldes weit über den Naturschutz hinaus.

„Der Wald ist Lebensraum, Klimaschützer und Wirtschaftsfaktor zugleich. Gerade in Ostbelgien wissen wir, welche Bedeutung unsere Wälder haben. Sie prägen unsere Landschaft, sichern Arbeitsplätze, fördern den Tourismus und bilden für viele Gemeinden eine unverzichtbare wirtschaftliche Grundlage.“

Als Gemeinderatsmitglied der Gemeinde Amel kennt Spies diese Realität aus erster Hand.

„Allein durch den Holzverkauf erzielt unsere Gemeinde jährlich rund drei Millionen Euro. Doch niemand sollte glauben, dass dieses Geld einfach vom Himmel fällt. Unsere Vorfahren haben diesen Wald über Generationen aufgebaut. Heute liegt es an uns, ihn zu pflegen, in ihn zu investieren und ihn so weiterzuentwickeln, dass auch unsere Kinder und Enkel noch davon profitieren können.“


“Mit diesem Dekret wächst noch kein einziger gesunder Wald”

Aus Sicht des ostbelgischen Abgeordneten schafft das Dekret in erster Linie einen rechtlichen Rahmen. Die eigentlichen Maßnahmen werden jedoch erst später durch mehrere Ausführungsbeschlüsse der Regierung festgelegt.

„Das Parlament musste also über einen Rahmen abstimmen, obwohl ein wesentlicher Teil seines konkreten Inhalts noch gar nicht feststand. Deshalb konnten wir diesem Dekret nicht zustimmen.“

Für Patrick Spies liegt der eigentliche Fehler jedoch woanders.

„Wir hätten erwartet, dass zuerst eine langfristige Waldstrategie erarbeitet wird und sich das Dekret daran orientiert – nicht umgekehrt.“

Denn:

„Mit diesem Dekret wächst noch kein einziger gesunder Wald. Es beantwortet die Frage, wie wir auf Krisen reagieren. Es beantwortet aber nicht die Frage, wie wir unsere Wälder auf die nächsten fünfzig Jahre vorbereiten.“

Für Spies muss eine verantwortungsvolle Waldpolitik weiter denken.

„Wer einen Wald bewirtschaftet, denkt nicht in Legislaturperioden, sondern in Generationen. Einen Wald pflanzt man heute für Menschen, die ihn vielleicht erst in fünfzig oder hundert Jahren nutzen werden. Genau dieses langfristige Denken vermisse ich in diesem Dekret.“

Eine echte Waldstrategie müsse deshalb festlegen,

  • und welchen Wald wir den kommenden Generationen hinterlassen wollen.
  • wie unsere Wälder klimaresistenter werden,
  • welche Baumarten künftig gefördert werden,
  • wie Biodiversität und Forstwirtschaft langfristig gesichert werden.

“Ein starkes DNF ist der Schlüssel”

Besonders große Sorgen bereitet Patrick Spies die Zukunft des Département de la Nature et des Forêts (DNF).

Diese Sorgen seien keineswegs unbegründet.

Immerhin haben auch bereits zahlreiche Gemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaft Resolutionen verabschiedet und die Wallonische Regierung aufgefordert, endlich auf die dramatische Personalsituation beim DNF zu reagieren.

Für Patrick Spies ist der Widerspruch offensichtlich.

„Die Regierung der Wallonischen Region überträgt dem DNF immer neue Aufgaben. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit über die Zukunft dieser Verwaltung. Das passt nicht zusammen.“

Seine Botschaft an die zuständige Ministerin ist deshalb eindeutig.

„Das schönste Dekret nützt nichts, wenn am Ende niemand mehr da ist, um es umzusetzen. Wer den Wald schützen will, muss auch diejenigen stärken, die ihn Tag für Tag betreuen. Die Regierung verliert ihre Glaubwürdigkeit.“


“Engagement zeigt sich im Parlament”

Patrick Spies betont abschließend, dass ihm der intensive Austausch mit dem Terrain und die parlamentarische Arbeit besonders wichtig waren.

„Ich habe in den vergangenen Monaten bewusst das Gespräch mit Förstern, Waldarbeitern, Waldbesitzern, Gemeinden, Jägern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des DNF gesucht. Ihre Erfahrungen sind direkt in meine parlamentarische Arbeit eingeflossen. Daraus entstanden Fragen im Ausschuss, Änderungsanträge und intensive Debatten im Parlament.“

Der ostbelgische Abgeordnete verweist darauf, dass sich zwei der drei ostbelgischen Regionalabgeordneten im Wallonischen Parlament intensiv mit diesem Dossier auseinandergesetzt und sich sowohl im Ausschuss als auch im Plenum in die Beratungen eingebracht haben.

Mit einem Schmunzeln fügt Spies hinzu:

„Politik besteht für mich nicht darin, einfach zu begrüßen, was andere zuvor erarbeitet haben. Sie beginnt mit der Bereitschaft, sich inhaltlich mit einem Dossier auseinanderzusetzen, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv in die parlamentarische Arbeit einzubringen.”

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind. Impressum + Datenschutzerklärung